Bakterien sollen Krebs bekämpfen | Venture

Bakterien sollen Krebs bekämpfen

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Basler Jungunternehmen T3 Pharmaceuticals gewinnt Start-up-Wettbewerb

Von Christoph Hirter

Basel. Die Basler Jungfirma T3 Pharmaceuticals hat beim Start-up-Wettbewer Venture den ersten Platz in der Kategorie «Bester Geschäftsplan» belegt. Insgesamt sind 116 Businesspläne eingegangen. Der Wettbewerb hat einen guten Ruf: Frühere Gewinner sind die Restaurantkette Tibits, die Sensorfirma Sen sirion, die in Stäfa rund 250 Personen beschäftigt, oder die Biotechfirma Glycart, die 2005 für 235 Millionen Dollar an Roche verkauft wurde.
Dieses Jahr hätten der Pioniergeist sowie das Potenzial von T3 Pharmaceuticals die Jury überzeugt. Den Forschern
werde zugetraut, dass sie die Innovation in die Realität umsetzen können. Das Spinoff der Universität Basel wurde 2015 gegründet. Die Jungunternehmer forschen zusammen mit dem Biozentrum sowie dem Departement für Biomedizin der Universität Basel an der nächsten Generation der Krebsbehandlung: Mit lebenden Bakterien sollen Tumore infiziert und
dadurch bekämpft werden.
Der Einsatz von Bakterien in der Krebstherapie sei nicht neu, sagt Mitgründer und Chef Simon Ittig (34), jedoch verpassten die Forscher den Bakterien neue Fähigkeiten, während unerwünschte Eigenschaften entfernt würden. Damit sollen die Nebenwirkungen bei der Krebsbehandlung mit Bakterien reduziert werden. Obwohl die herkömmliche Krebstherapie bedeutende Fortschritte erziele, bestehe ein grosser Bedarf an innovativen Arzneimitteln zur Behandlung von spezifischen Krebsarten. Die Vision der Firmengründer sei es, die Methode so weiterzuentwickeln, dass sie therapeutisch anwendbar werde.
Das Team besteht aus vier Gründern und zwei weiteren Forschern. Seit dem Startschuss habe das Projekt bereits über eine Million Franken erhalten. Die finanziellen Mittel stammten von diversen
Stiftungen wie der Krebsliga Schweiz, der Krebsliga beider Basel sowie der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes. Auch die Gründer hätten eigene Mittel mitgebracht, sagt Ittig. Dazu kommen seit Donnerstagabend 60 000 Franken Preisgeld des Venture-Wettbewerbs.

Noch kein Übernahmekandidat
Damit der Betrieb in den kommenden Jahren gesichert sei, versuche das Unternehmen momentan eine Finanzierung
durch Investoren aufzugleisen. Interessenten seien vorhanden. Namen von möglichen Geldgebern möchte Ittig aber nicht nennen. Er zeigt sich zuversichtlich, bis im Herbst 2016 eine erste Tranche gesichert zu haben.
Trotz dem Rummel würde sich T3 Pharmaceuticals immer noch im Entwicklungsstadium befinden, relativiert Ittig. Der Verkauf sei deshalb noch kein Thema. Das Startup stehe aber im regen Austausch mit grösseren Unternehmen, diese würden den Jungunternehmer mit ihrem Erfahrung zur Seite stehen. Der Gedanke sei aber verlockend, zu einem späteren Zeitpunkt ein Übernahmekandidat zu sein. «Im besten Fall können wir bereits ein Vertrauensverhältnis zu einem potenziellen Käufer aufbauen», erklärt Ittig. Denn wenn man sein «Baby» aus den Händen gebe, möchte man den Käufer kennen.